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Dienstleistungsberuf, die Altersarmut vom morgen

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Am Beispiel Pflege

(Autor: Elisabeth Koppatz) Seit ein paar Wochen beschäftige ich mich vor Ort mit dem Thema Pflege, Pflegeberufe, Pflegeunterbringung und den artverwandten Themen.

Eine erschreckende Erkenntnis, mit der Tatsache, ALLE ignorieren die Fakten.

Von Anerkennung und Wertschätzung in der Gesellschaft ist leider nichts zu vermelden. Eher das Gegenteil ist der Fall. Noch nie ist mir soviel Geringschätzung entgegen gebracht worden. Sowohl von den Angehörigen, Verwandten der Pflegebedürftigen als auch von andern Menschen aus unserer so "oberflächlichen Spaß-Gesellschaft".

Nie ein Pflegefall?

Aus heutiger Sicht sind 2,46 Millionen Menschen in Deutschland bereits aus unterschiedlichen Gründen pflegebedürftig. Tendenz dramatisch steigend. Der Demenz ist eine zunehmende Pflegebedürftigkeit anhängig. Die Frage stellt sich wer übernimmt die Pflege der Erkrankten in Zukunft?.

Die Kriegsgeneration ist heute die Pflegegruppe

70, 80, 90 Lebensjahre, wer heute in die Personen Gruppe der Pflegebedürftigen schaut wird überwiegend Menschen finden die der direkten Kriegsgeneration angehören. Diese Menschen waren den Leiden des 2. Weltkriegs ausgesetzt. Dementsprechend sind sie heute, auch im Pflegefall, genügsamer oder weniger anspruchsvoll. Sie haben ein Leben lang gearbeitet und sind für den Nachwuchs dagewesen.

Die heutige "Spaßgesellschaft" wird es mal schwer haben im Pflegefall von ihrem heutigen Trip "ich kann alles haben" durch "Einsparungen" runter zu kommen. Denn auch pflegebedürftig zu werden ist keine Frage des Alters.

Aber der Eindruck der heute zu Pflegenden täuscht in der Psyche. Viele Erlebnisse, die „verschüttet“ erscheinen, werden aus dem Langzeitgedächtnis wieder lebendig. Und das wird allen zukünftigen Generationen gleich ergehen. Auch wenn die "Umstände" andere sind. Mit andern Worten; auch uns wird mal die Vergangenheit einholen!

Trauma und Symptome

Angst vor geschlossenen Räumen, Lärmempfindlichkeit bei Sirenen-Alarm, nicht genügend zu essen und zu trinken zu bekommen, Kinder zu beschützen oder der Glaube das der Partner gleich wieder (zurück) kommt. Selbst Vergewaltigungen auf der Flucht oder in den Kriegswirren sind nicht auf Ewigkeit erloschen sondern kommen auf dramatische Weise zurück.

Beispielsweise bei der Körperpflege. Tätliche, körperliche Angriffe auf das Pflegepersonal sind ebenfalls solch einem Trauma geschuldet. Das trifft sowohl Frauen als auch Männer. Damit einhergehend sind andere schlimme körperliche „Erfahrungen“ aus den Kriegsgeschehnissen die sich dann, ebenfalls mit unterschiedlichen psychischen und organischen Krankheitsbildern, zeigen und "zurück melden".

Verwahren oder professionelle Pflege

Mal eben einen 6 Wochenlehrgang als Pflegekraft absolvieren ist nicht nur gefährlich sondern menschenverachtend. Immerhin dauert eine fundamentierte Ausbildung bis zu 4 Jahren! Weiterbildung zwingend notwendig.

Oft ist auch den Angehörigen gar nicht bewusst was in einem derart erkrankten Menschen vor sich geht. Die Realität und die Erkrankungen können groteske Vermischungen aufzeigen. Das man zuerst seinem Vater, seiner Mutter, der Oma oder dem Opa glaubt ist menschlich.

Leider werden dadurch aber oftmals die Pflegestufen falsch gesetzt. Das nicht Wahr haben wollen ist wieder eine Verdrängung mit verheerenden Folgen für Pflegebedürftige wie Pflegende und für die Angehörigen.

Verdrängt und wenig Anerkennung für das Pflegepersonal

Mein Vater, selber als schwer Kriegsgeschädigter, hat mich die Achtung vor den Menschen gelehrt die eine Dienst-Leistung erbringen. Dazu zählen alle, die mit ihrer Hände Arbeit dem Gemeinwohl dienen. Reinigungskräfte, Müllabfuhr, Pflegepersonal, Schwestern, Ärzte, und so weiter. Vielleicht sollten wir Alle mal darüber nachdenken was wir uns wünschen würden wenn wir zum Pflegefall würden oder morgen die Putzfrauen und Müllmänner nicht mehr arbeiten.

Der „Sternekoch“ die Modepäpste, Fußballer, die Stars und Sternchens

Dekoriert, Ausgezeichnet und über-bezahlt. Was in dieser Gesellschaft erbringen sie wirklich? Schein und Glamour für ein Wunschbild des eigenen Ego. Wir werden eine andere „Klasse“ der Pflegebedürftigen darstellen.

Vielleicht gibt es dann die Computersäle in denen die Menschen von heute ihrem Business „nachgehen“ und Autorennen fahren und an der Börse zocken. Filme drehen und als Star über die Leinwand auf dem roten Teppich laufen. Prinzen heiraten und ein sorgenfreies Leben wollen.

Pflege im Wandel der Zeit

Wir sind heute nicht nur anspruchsvoller und egoistischer als unsere Eltern und Großeltern sondern auch teurer. Das wird sich, dank der langen Lebenserwartung, auch in unseren Pflegeansprüchen niederschlagen. Und wer soll das bezahlen? SIE! Entweder mit einer privaten Pflegeversicherung oder mit der Tatsache der Leistungsabstriche aus dem „gewohnten“ Leben. Es ist Ihre Überlegung und Ihre Entscheidung.