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Für den MDK zählt nur Geld nicht der Mensch

am . Veröffentlicht in Gesetzliche Krankenkasse

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Entscheidung nach Aktenlage um Geld zu sparen

Gestern (03.02.2012) erreichte uns ein Hilferuf von einer GKV-Versicherten welche per Aktenlage und trotz Krankmeldung vom MDK ( Medizinischer Dienst der Krankenkassen) für gesund erklärt wurde und nun ab dem 13.02.2012 bitte wieder arbeiten gehen solle.  Persönlich hat der MDK unsere Kundin nie gesehen.

Original Wortlaut der Barmer-GEK die gesund experten, Zitat aus dem Schreiben an den Versicherten:

„um bei Ihren Genesungsprozess aktiv mitzuwirken und den Behandlungserfolg zu sichern, haben wir dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) gebeten Ihre Arbeitsunfähigkeit zu begutachten. Eine derartige Begutachtung erfolgte am 31.01.2012. (Anmerkung D&P: der Versicherte wurde nicht vorgeladen, es erfolgte eine „Begutachtung“ per Akteneinsicht). Dabei stellte der MDK fest, dass Sie zum 13.02.2012 in der Lage sind leichte körperliche Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt auszuüben. Insofern sind Sie ab diesem Zeitpunkt arbeitsfähig. Ab dem 13.02.2012 wird kein Krankengeld mehr gezahlt.

Wir können daher die „Ärztliche Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit – für das Krankengeld Ihres behandelnden Arztes nicht anerkennen, da bei der ärztlichen Feststellung der Arbeitsunfähigkeit auch der Tätigkeitsbereich für die Arbeitslosen beachtet werden muss". Ende Auszug

Anmerkung D&P:

hier sollte man sich als Versicherter wirklich fragen ob das die richtige Krankenkasse ist. 4 Ärzte (ein Neurologe, ein Internist, ein Orthopäde und ein Onkologe) kommen zu der Ansicht das diese Frau nicht mehr arbeiten kann und der MDK entscheidet nach Aktenlage. Da fragt man sich zusätzlich auch noch ob der Sachbearbeiter vom MDK die Akte überhaupt gelesen hat oder nur Sollzahlen erfüllt.

 

Der Vorgang der Versicherten

Seit vielen Jahren ist unsere Kundin (54 Jahre) bei einer großen Gesetzlichen Krankenkasse versichert. Die Kundin ist vor 5 Jahren an Brustkrebs erkrankt und in Dauerbehandlung. Nach der OP, Strahlentherapie und allen Folgeerscheinungen kamen massive nervliche und psychische Probleme dazu. Immer wieder versuche unsere Kundin zu arbeiten bis ihr die behandelnden Ärzte zu einer Kur / Reha rieten. Diese wurde abgelehnt mit der Begründung: "nicht notwendig".  

Aktenlage, rigorose Vorgehensweise

Indirekt unterstellte man der Frau das sie mit ihren ganzen Schmerzen nur simuliere und das sie mit Tabletten das in den Griff bekommen könnte. Die Krankschreibungen, die Behandlung und die medizinische Kompetenz der behandelnden Ärzte wird hier vom MDK massiv untergraben und in Frage gestellt. Zwischenzeitlich schluckt die Frau 10 verschiedene Tabletten pro Tag. Die Krankmeldungen, welche der behandelnde Arzt wiederholt ausstellte wurde vom MDK kurzerhand nach Aktenlage entschieden und die Frau zu "Gesund erklärt. "Sie könne einer leichten (was immer man darunter verstehen mag) Arbeit nachgehen.

Eine Krankmeldung sei nicht mehr gerechtfertigt.  

Dazu ein Artikel der heute (05.02.2012) erschienen ist.
Originalartikel "Hamburg. Verbraucherschützer und Patientenberatungen verzeichnen in Hamburg eine steigende Zahl von Beschwerden über die gesetzlichen Krankenkassen. Dabei geht es vor allem um Auseinandersetzungen um das Krankengeld, das Patienten beziehen, wenn sie länger als sechs Wochen arbeitsunfähig sind. Das Krankengeld ersetzt zu 70 Prozent den Lohn.
Die Ausgaben der Krankenkassen in diesem Bereich sind in den vergangenen Jahren explodiert. Die Kassen vermuten, dass gerade beim Krankengeld die Missbrauchsquote besonders hoch ist. So würden einige dauerhaft Arbeitsunfähige mithilfe des Krankengeldes die Zeit bis zum Ruhestand überbrücken, um später bei der Rente keine Einbußen hinnehmen zu müssen. Die Kassen halten deshalb ihre Fallmanager an, bei Krankengeldempfängern nachzuhaken.
Die Patienten jedoch fühlen sich zu Unrecht unter Druck gesetzt.

Einige klagen bereits gegen ihre Krankenversicherung. Die Gesundheitsexpertin Ilona Köster-Steinebach von der Verbraucherzentrale rät: "Man darf sich auf keinen Fall einschüchtern lassen."
Die Ausgaben für das Krankengeld sind auch deshalb so hoch, weil die Zahl der psychischen Erkrankungen von Arbeitnehmern vor allem in Hamburg erheblich gestiegen ist.(ryb)" Artikel Ende.

Willkür statt Patientenrechte

Patientenrechte werden, da der Patient nur als Kostenfaktor zählt, mit Füßen getreten. Immer mehr kommt man zu der Erkenntnis das, wer für die Krankenkassen zu teuer wird, mürbe gemacht werden soll. Viele Menschen die sich mit den Verwaltungsakten der GKVen nicht auskennen geben zum Schluss auf und fügen sich ihrem "Schicksal". Den Kassen ist der Mensch egal, Hauptsache die Finanzen stimmen. Und Gesundheitsminister Bahr? "Ba(h)r jeder Vernunft.  Ein teures und ineffizientes Gesundheitssystem das kein Minister / Ministerin wirklich zum Wohle der Patienten „anfassen“ will.  Bleiben Sie gesund.