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Krankentagegeld, Mobbing, Entscheidung des BGH

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Mobbingopfer und das Krankentagegeld

In diesem höchstrichterlichen Urteil galt es die Frage zu klären ob ein Mobbingopfer einen Anspruch auf die Zahlung des Krankentagegeldes hat. Die Versicherungsgesellschaft verweigert die Zahlung. Die Richter des Bundesgerichtshof (BGH) sahen das anders. Aktenzeichen: IV ZR 137/10 vom 11. März 2011

Mobbing am Arbeitsplatz und die Folgen

Ein Arbeitnehmer wurde an seinem Arbeitsplatz so lange gemobbt bis er mit psychischen und physischen Erkrankungen krank geschrieben wurde. Daraus erfolgte eine Krankentagegeldzahlung (PKV) einer Versicherungsgesellschaft. Anfänglich wurde auch das Krankentagegeld geleistet.

Ein beauftragter Gutachter vertrat die Meinung, dass durch einen Arbeitsplatzwechsel beziehungsweise einen Arbeitgeberwechsel das Krankheitsbild behoben sei, darauf stellte die Versicherung die Krankentagegeldzahlung ein. Der Gutachter sah darin ein ausschließlich arbeitsrechtliches Problem und kein medizinisches Problem. Der Versicherungsnehmer klagte. Siehe auch: Stalkingopfer, kein Anspruch auf staatliche Rente.

Die obersten Bundesrichter sahen das ganz anders

Das BGH begründete das Urteil damit; Zitat: „Denn wenn Mobbing einen Arbeitnehmer derart beeinträchtigt, dass er psychisch oder physisch erkrankt und infolgedessen arbeitsunfähig wird, kann ihm ebenso wenig wie bei anderen Krankheiten entgegengehalten werden, er müsse zunächst versuchen, die Ursache seiner Erkrankung zu beseitigen“, Zitat Ende.

Die Krankentagegeldzahlung muss weiter erfolgen. Ein Versicherer kann also einen Arbeitnehmer nicht auf einen anderen Beruf oder Arbeitgeber verweisen. Damit bezieht das BGH die Erkrankung explizit auf den zur Zeit ausgeübten Beruf und den jetzigen Arbeitgeber.

Versicherungsbedingungen, Versicherungsvertragsbedingungen, Musterbedingungen, Tarifwerk

Kaum ein Versicherungsnehmer wird Dieses "Paragrafenwerke" wirklich verstehen, richtig und rechtssicher deuten können. darauf bezogen sich auch die Richter in diesem Fall. Der Versicherungsnehmer muss davon ausgehen das bei einer, in dem Fall "Mobbingerkrankung", die Krankheit auf Diesen Arbeitsplatz und Diesen Arbeitgeber bezogen ist.
Das die Erkrankung bei einem anderen Arbeitgeber oder Arbeitsplatz nicht vorhanden wäre ist also in der Urteilsbegründung nicht relevant.

Das Kleingedruckte in Versicherungsverträgen

Wie die BGH Richter schon ausgeführt haben, ist das "Kleingedruckte" für einen Versicherungsnehmer schwer zu verstehen. Für viele Versicherungsvertreter und Versicherungsverkäufer ist das Tarifwerk, die Vertragsbedingungen, die Musterbedingungen, die Tarifbedingungen ebenfalls ein "Buch mit 7 Siegeln. Da wird "drum herum geeiert"; "das bezahlen wir schon, das machen wir auf Kulanz, das wird bezahlt, das steht hier", uns so weiter.

Stellen Sie sich mal vor Sie müssten als Verkäufer in Ihrer Firma, egal welcher Branche, alle Vertragsbedingungen kennen!

Versicherungsspezialisten und Fachexperten

Die Fachberater der Krankenversicherung, Krankentagegeldversicherung, Krankengeldversicherung (GKV), Berufsunfähigkeitsversicherung, Dienstunfähigkeitsversicherung oder Pflegeversicherung, Dread Disease-Versicherung kennen sich nicht in den Versicherungsbedingungen von KFZ, Gebäudeversicherung und den anderen Versicherungen aus. "und das ist auch gut so", denn Diese Versicherungsbedingungen der vorgenannten Versicherungen sind umfangreich genug um Sie rechts sicher zu beraten.
 

Wer behauptet sich überall auszukennen kennt sich nirgends richtig aus

 

Fallen Sie nicht auf die "Alleskönner und Alleswisser" rein sondern schließen Sie Ihre Versicherungen bei den Experten der jeweiligen Fachbereiche ab. Kommt es zum Leistungsfall, wollen Sie Geld von der Versicherung haben, so ist der Klageweg über die Gerichte der Teuerste. Und wer sagt Ihnen das Ihre Rechtsschutzversicherung die Kosten übernimmt? Lesen Sie das "Kleingedruckte" dann wissen Sie es, oder beauftragen Sie gleich einen Experten der Fachbereiche. Sie haben die Wahl.